HD+ Zusammenfassung
- 50€ Infrastrukturkosten pro Jahr
- 1080i mit 1920 × 1080 Bildpunkten (Halbbildformat)
- Beschränkte Aufnahmefunktionalität: Entweder gar keine Aufnahme oder kein spulen (Wiedergabe nur in Echtzeit)
- Timeshift lässt sich einschränken, zum Beispiel auf 60 Minuten
- Sender: RTL, Vox, Sat. 1, Pro 7, Kabel 1
- Neue Hardware: HD+ Receiver oder CI (plus) Receiver mit Zusatzmodul und evtl. Firmware Update
- Empfang ausschliesslich über Sat (Astra)
Abschlussbemerkungen
Das Plus für den Verbraucher ist die HD Qualität. Aber es bietet keinerlei Mehrweit gegenüber der normalen HD Ausstrahlung. Eigentlich ist HD+ ein dickes Minus. Letztlich müsste es also HD Minus heissen.
Mit dem HD Nachfolge Format der DVD hat sich die Industrie auch schon schwer getan und damit den breiten Einsatz von HD verzögert. Das selbe Spiel könnte nun auch dem Empfang von HD Programmen drohen. Mit ARD, ZDF, Arte und Anixe HD sind momentan nur 4 Sender frei empfangbar. Zu wenig, als das sich die Anschaffung eines HD Receiver für 200-300+ Euro rentiert.
Insofern hat das Magazin Chip zu Recht der HD Plus GmbH den "Bremse des Jahres" Award verliehen. Verwirrung über die notwendige Technik und Einschränkungen verunsichern sowohl Gerätehersteller als auch Verbraucher. Die Verbraucher reagieren mit Zurückhaltung, vielleicht sogar mittels Verweigerung das System aussitzen. Denn lebensnotwendig ist das ganze nicht.
Wenn man nicht spulen und keine Kapitelmarken setzen kann, besteht neben der Werbeschaupflicht ein weiterer enormer Frustfaktor. Nämlich wenn ich die Sendung nochmal von Anfang an schauen muss, obwohl ich zuvor bereits in der Hälfte oder am Ende der Sendung angelagt war. Dann darf der Receiver 2 Stunden durchlaufen, damit ich die restlichen 10 Minuten sehen kann. Vielleicht möchte ich meinem Besuch auch nur mal einen kurzen Ausschnitt einer Sendungen zeigen. Dummerweise ist dieser nicht am Anfang der Sendung.
Seit Jahren steht Immer wieder steht das Thema Grundverschlüsselung bei den Privatsendern auf dem Tisch. Dies mal bekommt das Kind den Namen HD+ und beschränkt sich auf die neuen HD Sender.
Gleichzeitig versucht man mit viel Aufwand ein DRM System einzuführen, um den Zustand vor der Einführung und Verbreitung der VHS Videorekorder herbeizuführen. Alles zum "Schutz des Geschäftsmodells" der Privaten Fernsehsender. Die Kunden ohne diese technische Entmündigung hingegen nutzen und freuen sich über die Vielfalt und Freiheit eines PVR (Persönlicher Video Rekorder). Die Benutzer mit einem PVR sind nicht mehr an Sendezeiten und damit an die Sendervorgaben gebunden. Erst Recht nicht im Internet mit Seiten wie Youtube oder Video on Demand Diensten. Alles ist jeder Zeit verfügbar. Am Ende darf der Verbraucher für diese Entmündigung auch noch zusätzlich in die Tasche greifen. Im Preis für die neue Hardware stecken natürlich auch die zusätzlichen Entwicklungskosten und zusätzliche Hardware für die Umsetzung der HD+ Vorgaben. Zusätzliche Bausteine verbrauchen mehr Strom.
Quellen und weiterführende Links
Heise: CI-Plus-Recorder können keine Privatsender in HD aufnehmen
Heise: Privatsender wollen Vorspulen ueber Werbung bei HD verhindern
Heise: HDTV Fassungen von RTL und Vox gestartet
Golem: HD+: Aufnahme und Timeshift ja, Vorspulen nein
Chip: HD Alles zum Start bei RTL und Vox
Chip: Bremse des Jahres 2010
HD+ Webseite
HD+ Modul
HD+ Dokument: HDPlus Empfang Aufnahmemöglichkeiten
CT TV: Was ist eigentlich? HD+
CT TV: Was ist eigentlich? CI Slot
CT TV: Was ist eigentlich? PVR
CT TV: Was ist eigentlich? Upscaling
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Zurück zu Teil 2: Was ist die Voraussetzung und die Aufnahmemöglichkeit von HD+?
